ander (ander.fm) zürich

ein risiko einzugehen ist nicht jedermans sache. zumal es auch bedeutet, ein wagnis einzugehen und, unter umständen, daran zu scheitern. ander aus zürich hat jedoch meine anfrage, für die risikogruppe ein live-set einzuspielen, als chance betrachtet. einer solchen herausforderung nehmen sich meist menschen mit honorigem mut an, die ein tapferes herz besitzen und sich mit schwärmerischer leidenschaft für die sache einsetzen. und dafür schlage ich ihn hiermit zum ritter der neurotransmitter!

eigentlich sollte mit dieser herangehensweise jede herausforderung im leben begegnet werden. denn um so süsser und lieblicher wird es für jeden einzelnen sein, sich am nektar (huch… monosaccharide kohlenhydrate?) des erfolges zu laben. für fruchtnektare schreibt die anlage 5 der FrSaftV (verordnung über fruchtsaft), einen fruchtsaftgehalt zwischen 25% und 50% vor, je nach obstart. hier haben wir es mit einer betörenden mischung von 50% ambientöser und doch grooviger electronica und 50% deepen dubtechno zu tun. oder nennen wir es schlicht und einfach ambrosia für unsere seele..

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ander

fragen und antworten: ander

– wer bist du?
Ein typischer Spätzünder, der über Drum’n’Bass und Jazz schliesslich
zum Techno gefunden hat. Ausserdem ein Bastler, der sich gerne in
absurde Projekte verbeisst, bei denen am Schluss aber meistens doch
etwas Sinnvolles rumkommt. Und natürlich auch ein Stagejunkie, ich
stand schon immer gerne vor Leuten und habe Musik gemacht, sei es
Jazz, Dub oder Minimal.

– wann und wieso bist du mit elektronischer musik in kontakt gekommen?
Bei mir gings los mit Drum’n’Bass, Mitte Neunziger, im Mojo Club in
Hamburg, Metalheadz und so. Das hat mich lange Zeit begeistert, selber
produziert habe ich aber nie. Als Solist in einer Jazzband kam mir
elektronische Musik damals viel zu simpel und monoton vor. Tanzen ja,
spielen nein. Bis ich auf einer Technoparty landete und dieses
energiegeladene, warme, treibende Feeling einer über Stunden
konsequent durchgezogenen 4/4 Bassdrum erlebte. Beim Techno kommt für
mich das Konsumieren und Produzieren von Musik ideal zusammen.

– dein selbstgebauter controller „station“ ist ja der eye-catcher
schlechthin. wie es es dazu gekommen?
Am Jazz liebe ich das Improvisieren und das Spontane, genau das wollte
ich auch mit elektronischer Musik machen. DJing kam nicht in Frage,
das ist mir schon zu stark festgelegt. Andererseits wollte ich auch
nicht ein typischer Laptop-Liveact sein, der den ganzen Abend in
seinen Monitor starrt, ein paar Knöpfe dreht, und man weiss nicht ob
der grad im Netz surft oder wirklich am Spielen ist. Ich wollte keinen
Bildschirm auf der Bühne und möglichst viele Regler und Knöpfe, das war
die Idee. Bei der mechatronicart in Zürich lernte ich, wie einfach es ist,
seine eigenen elektronischen Gadgets zu bauen. Und jetzt, zwei Jahre später,
spiele ich regelmässig live mit meiner Station und ihren 800 Tasten.
Dazwischen liegen unzählige Stunden Design, Programmieren, Löten
und wieder in die Ecke schmeissen.

– üblicherweise spielst du ja eher dancefloor orientierter. wie bist
du für diesen beitrag vorgegangen?
Mir gefiel Deine Idee von Anfang an, ein Set zu wagen das nicht so
pushy ist wie meine bisherigen. Also habe ich einfach mal das Tempo in
meinem aktuellen Liveset zehn BPM runtergedreht und dann schnell
gemerkt, dass es doch nicht so einfach ist. Aber die Richtung hat
schon gestimmt. Also erst das Material anpassen, jammen, anhören,
mal einen Sound oder einen Loop auswechseln und dann wieder von vorn.
So langsam wurden wir Freunde, das Risikogruppe-Set und ich, und am
Schluss kam mir Techno plötzlich so schnell und gehetzt vor.

– welche private und/oder musikalische projekte stehen in zukunft an?
Nachdem ich mich im letzten Jahr auf Gigs konzentriert habe, arbeite
ich momentan an ein paar Tracks und setze auf den ersten Release in
diesem Jahr. Löten habe ich im Moment erst einmal gesehen, hier und da
noch ein paar kleine Verbesserungen am Gerät, aber ansonsten wird
gerockt.

– für welche art von raum wäre dein set geeignet?
Ich mag die grossen Räume, die sich auftun und die langen Linien,
also sicher nicht „Seeing Europe in five days“ sondern mehr so „Klang
der Fjordstille“.

– warum gehst du gerne tanzen?
Spass! Es geht ja um viel mehr als das Tanzen, aber das Tanzen ist
das, was alles zusammenhält: die Menschen, die Zeitlosigkeit, die
Euphorie, die Klarheit der Musik, das Kaputte und das Intime. Hat
glaub Rainald Goetz mal recht gut beschrieben.

– welche orte/clubs in zürich besuchst du am liebsten?
Tanzen am liebsten draussen. Ich freue mich schon wieder sehr auf die
Sonne! Ansonsten Hive, Cabaret, und gerne immer die Orte, die nicht
so gross angeschrieben sind. Aber die behält man auch lieber für sich.
Momentaner Lieblingsplatz: Das Séparée vom Cabaret.

– wann hörst du am liebsten ruhige musik?
Morgens, wenn die Sonne durchs Fenster scheint, total fertig nach
einer wahnsinnig schönen Nacht, irgendwo auf einem Sofa liegen, mit
guten Freunden die Posteuphorie geniessen, da ein bisschen reden, ein
Weizen in Reichweite, vielleicht eine Runde Halma spielen und das gute
Gefühl haben, dass die Musik ja immer noch da ist.

und hier ein video mit ander und seinem controller „station“..

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